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Klinik für Nuklearmedizin

Merkblatt für die Radiojodbehandlung

Ziel der Behandlung:
Ziel der Radiojodbehandlung ist die Ausschaltung von Schilddrüsengewebe, welches zuviel SD-Hormon bildet.
Für die Behandlung geeignet sind überschießend hormonbildende Knoten in einer sonst normal funktionierenden Schilddrüse oder insgesamt vermehrt hormonbildende Schilddrüsen.
Auch nicht operable Patienten mit sehr großen Schilddrüsen sind u.U. für diese Behandlung geeignet.

Durchführung der Behandlung:
Die Behandlung erfolgt aus Strahlenschutzgründen stationär. Zu Beginn des stationären Aufenthaltes erhalten Sie radioaktives Jod, meistens in einer Kapsel, zu schlucken.
Über den Magen und Darm gelangt das radioaktive Jod in das Blut und wird von hier in die erkrankten Schilddrüsenanteile aufgenommen.
Nach der Einnahme des Medikamentes wird regelmäßig die aus Ihrem Körper kommende Strahlung gemessen. Sobald die Strahlung abgeklungen ist, werden Sie aus dem nuklearmedizinischen Behandlungsbereich entlassen.

Vorbehandlung:
die Radiojodbehandlung benötigt oft eine medikamentöse Vorbehandlung, die abhängig von dem Ausgangsbefund unterschiedlich ist.
In Ihrem Falle:

  1.  ist keine Vorbehandlung nötig
  2.  ist eine Vorbehandlung mit einem Medikament, welches die Jodaufnahme in die Schilddrüse blockiert, erforderlich. Diese Behandlung muss über mehrere Wochen, bzw. Monate erfolgen.
    Z.Zt. noch vorhandene größere Mengen an Schilddrüsenhormonen werden innerhalb dieser Zeit aus dem Knoten entleert, neue Hormone werden nicht nachgebildet. Das Risiko, dass während der Radiojodtherapie durch eine Reaktion der Schilddrüse große Hormonmengen in die Blutbahn gelangen, wird dadurch vermieden. Diese SD-Medikamente müssen wieder abgesetzt  werden.
    Absetzen am:    .......................... .............................................................
  3. Außerdem soll die/r Pat. ab dem
    .........................................................................................      µg Thybon
    (     x tägl.)  einnehmen.  Damit wird die Aufnahme von  radioaktivem Jod in die  gesunden SD-Bereiche verhindert, die gesunden Schilddrüsenanteile werden nicht zerstört.
  4. Außerdem ist zu beachten, dass die Vorbehandlung nach unserem Vorschlag vom Hausarzt durchgeführt wird.

Die Behandlungswoche ist in der ....................................  Kalenderwoche.

Sollte bis zur Radiojodbehandlung ein Gesundheitsproblem von Seiten der Schilddrüse oder Fragen auftreten, bitten wir Sie, Ihren Hausarzt oder uns zu befragen (Telefonnummer auf der 1. Seite).

Nebenwirkungen der Radiojodtherapie:
Beschwerden sind während der Behandlung kaum zu erwarten. Strahlenschäden sind innerhalb von 30 Jahren Radiojodbehandlung bei Tausenden Patienten nicht beobachtet worden.
Jede Schilddrüsenerkrankung und jede Behandlung einer Überfunktion kann zu einer Schilddrüsen-Unterfunktion führen, deshalb sollten bis zu 3 Jahren nach der Behandlung ½ jährlich die Schilddrüsenlaborwerte überprüft werden, später mindestens jährlich.
Eine auftretende Unterfunktion kann leicht durch eine Tablette Schilddrüsenhormon korrigiert werden.

Terminvergabe:
Da uns nicht bekannt ist, wann ein Bett für die stationäre Behandlung für Sie zur Verfügung steht, werden Sie wenige Tage vor der vorgesehenen stationären Aufnahme von uns verständigt.
Wenn Vorbehandlungen nötig sind, erhalten Sie eine entsprechende Zeit vor der vorgesehenen Radiojodbehandlung von uns telefonisch oder schriftlich Bescheid, welches Medikament Sie absetzten oder einnehmen müssen.
Die von uns gemachte Angabe " Sie werden  in 4 Wochen zur stationären Behandlung aufgenommen", ist nicht auf den Tag gemeint, da wir die Aufenthaltsdauer der vor Ihnen behandelten Patienten nur ungefähr kennen.

Die Behandlung erfolgt nicht in einem Bunker, sondern in einem normalen Krankenzimmer, welches Sie mit ein oder zwei weiteren Patienten teilen. Sie müssen sich aber in diesem Zimmer aufhalten, Spaziergänge auf dem Gang oder im Hof sind aus Strahlenschutzgründen nicht gestattet, auch Besuch dürfen Sie während dieser Zeit nicht empfangen. Bei längeren stationären Aufenthalten sind gelegenliche Spaziergänge auf einer Dachterasse erlaubt.

Bitte folgen Sie den Angaben, der Sie behandelnden Ärzte und Schwestern. Die aus Strahlenschutzgründen notwendigen von Ihnen verlangten Verhaltensweisen dienen dem Schutz der Sie behandelnden Menschen und dem Schutze der Umwelt.
Wir bitten um Ihr Verständnis.

Zur Beachtung:
Bitte bringen Sie uns genaue Angaben über die von Ihnen tägl. eingenommenen Medikamente mit. Während der Radiojodbehandlung sind nur Notfall-Untersuchungen möglich, wir werden deshalb die Ihnen vom Hausarzt verschriebenen Medikamente in Art und Dosis nicht ändern. Sollten Gesundheitsstörungen auftreten, die nicht mit Schilddrüse zusammenhängen, bitten wir Sie, Ihren Hausarzt zu befragen, er wird Sie entsprechend betreuen.

Noch eine Bitte:
Wir legen Wert darauf, dass die bei Ihnen notwendigen Kontroll-Untersuchungen nach Konsultation des Hausarztes am Ort der Voruntersuchung durchgeführt werden. Die gewonnen Befunde sind mit den Vorbefunden besser vergleichbar und Sie sparen meist lange Anreisen. Es ist also nicht notwendig, dass Sie zu den Kontroll-Untersuchungen zu uns kommen.

 

Information des Stationspersonals für unsere Radiojodpatienten

Liebe Patientin, lieber Patient,

mit diesem Infoblatt möchten wir Sie auf einige Punkte hinweisen, die für die Patienten auf unserer Station sehr wichtig sind und uns von anderen Stationen unterscheiden.
Bitte bringen Sie bequeme Kleidung (keinen Bademantel) und sämtliche Medikamente, die Sie einnehmen, mit.
Falls Sie ein Blutdruckmessgerät oder ein Blutzuckermessgerät benötigen, sollten Sie bitte ebenfalls das Gerät mitbringen.

Sicher haben Sie bereits von Chefarzt Dr. Rendl , Oberärztin Dr. Jacob oder dem Stationsarzt erfahren, dass sich bei dieser Therapie (gleich nach Einnahme der Kapsel) die meiste Radioaktivität in der Schilddrüse anreichert und der Rest über die Nieren ausgeschieden wird. Besonders hoch strahlt Ihr Urin, ebenfalls strahlen Ihr Speichel und Ihr Nasenschleim. Darum müssen einige Schutzmassnahmen getroffen werden.

Bitte wechseln Sie, sobald Sie im Zimmer sind, Ihre Straßenschuhe gegen Ihre Hausschuhe aus. Die Straßenschuhe dürfen erst am Tag der Entlassung vor der Zimmertüre wieder angezogen werden.

Sobald Sie die Radiojodkapsel eingenommen haben, dürfen Sie das Patientenzimmer nicht mehr verlassen und die Türen müssen ebenfalls geschlossen bleiben. Auf Ausnahmen werden wir Sie nachfolgend noch hinweisen.

Bitte scheuen Sie sich aber nicht, die Rufanlage in Ihrem Zimmer zu betätigen, wenn Sie Fragen haben oder Hilfe von einer Schwester oder einem Arzt benötigen. Wir sind jederzeit für Sie gerne erreichbar.

Neben den radioaktiven Abfällen müssen auch die Abwässer in unserer Abklinganlage zwischengelagert werden. Um größere Mengen an Abwasser zu vermeiden, sind bereits Stops am Trinkwasserhahn eingebaut. Der Wasserhahn muss deshalb beim Waschen mehrmals betätigt werden. Duschen können Sie aus diesen Gründen frühestens am 3. Tage Ihres Aufenthaltes. Ausnahmen sind möglich.

Unsere männlichen Patienten bitten wir, sich beim Urinieren auf die Schüssel zu setzen.

Für Raucher gelten gesonderte Regelungen.

Entsorgung der Abfälle :

Leergut (Flaschen und Teekannen) werden morgens zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr vom Pflegepersonal eingesammelt.

Wir bitten unsere Patienten zumindest in den ersten drei Tagen 2 - 3 Liter Flüssigkeit einzunehmen. Tee erhalten Sie kostenlos. Außerdem erhalten Sie einmalig (am ersten Tag) zwei Flaschen Mineralwasser kostenlos.
Zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr werden Mineralwasser, Säfte und Tees angeboten. Den Preis für Mineralwasser und Säfte sowie die Teesorten entnehmen Sie dem Hinweisblatt an der Innenseite Ihrer Zimmertür (Bitte genügend Kleingeld mitbringen).

Die Kontaktperson zwischen Patient und Pflegepersonal sollte immer derjenige/ diejenige Pat/In sein, bei dem/der die geringste Strahlung gemessen wurde. Die Messung wird von Montag bis Freitag täglich vorgenommen, die Werte erfahren Sie von den Ärzten, bzw. den Schwestern.

Chefarzt Dr. Rendl bzw. einer seiner Ärzte kommt täglich zur Visite. Nach Auswertung der Strahlenmessung erfahren Sie rechtzeitig den Entlassungstermin .

Die Entlassung findet in der Regel morgens nach dem Frühstück statt. Der Entlassungs-Brief wird in ca. 1 - 2 Wochen Ihrem Hausarzt direkt zugeschickt.

Den Krankenkassenanteil sollten Sie bei der Entlassung an der Kasse im Erdgeschoss (neben der Pforte) bezahlen.
Für Ihre Wertsachen befindet sich in Ihrem Kleiderschrank ein Schließfach.
Bitte bringen Sie 30 Euro (passend) mit, zum Anmelden Ihres Telefons. Bitte vergessen Sie auch nicht Ihre Telefon-Chipkarte aus dem Telefon zu nehmen wenn Sie entlassen werden. Das Restgeld auf Ihrer Chipkarte erhalten Sie aus dem Automaten an der Pforte zurück.

Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden
Telefonnummer: 0721 / 8108 - 3733.
Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt
Das Pflegeteam der RNU

Bei Fragen zum Aufnahme-Termin rufen Sie bitte
0721 / 8108 - 3675 an.