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Klinik für Nuklearmedizin

Herzdiagnostik

Mit nuklearmedizinischen Methoden lassen sich unterschiedliche Aspekte einer koronaren Herzerkrankung nicht invasiv mit hoher Aussagekraft erfassen:

Bei der sog. Myokardperfusionsszintigraphie wird unter Belastung am Fahrradergometer und 3 Stunden später unter Ruhebedingungen die Durchblutung des Herzmuskels bildlich dargestellt. Dabei verabreicht man bei maximaler körperlicher Belastung intravenös ein radioaktives Arzneimittel, z.B. radioaktives Thallium, was in Abhängigkeit von der Durchblutung vom Herzmuskel aufgenommen wird. Patienten, die nicht am Fahrradergometer belastet werden können, erhalten stattdessen über die Vene ein Medikament (=Adenosin). Dies dauert knapp 5 min und kann vorübergehend ein Druckgefühl vor allem in Kopf, Hals oder Brustkorb auslösen.
Sowohl körperliche als auch medikamentöse Belastung werden unter Blutdruck- und EKG-Kontrolle und in Anwesenheit einer Ärztin oder eines Arztes durchgeführt.
Unmittelbar nach der Belastung erfolgen die Aufnahmen an einer speziellen Gammakamera im Liegen (s. nachstehende Abbildung). Die Aufnahmezeit beträgt etwa 30 Minuten. Mit Hilfe der aufgezeichneten Daten lassen sich computertomographisch Schnittbilder des Herzens errechnen, welche den Durchblutungszustand des Herzens unter Belastung zeigen. In ähnlicher Weise werden 3 Stunden später die Ruheaufnahmen angefertigt. Der Vergleich beider Aufnahmen unter Belastung und in Ruhe erlaubt den Nachweis bzw. den Ausschluß einer relevanten, belastungsabhängigen Durchblutungsstörung des Herzens (=belastungsinduzierte Ischämie) und somit einer koronaren Herzerkrankung. Für die Belastungsuntersuchung muß der Patient nüchtern sein!

Auch die Pumpfunktion der linken Herzkammer (=Ventrikel) kann man nuklearmedizinisch einfach und nicht invasiv sogar unter Belastung mit der sog. Radionuklidventrikulographie untersuchen.

Die nervale Versorgung (=Innervation) des Herzmuskels spielt bei Herzrhythmusstörungen eine wichtige Rolle. Hier kann die Nuklearmedizin durch bildliche Darstellung der Innervationsverhältnisse des Herzens einen diagnostischen Beitrag liefern. Durch intravenöse Applikation einer speziellen radioaktiv markierten Substanz (=MIBG), die von Nervenfasern, welche das Herzmuskelgewebe versorgen, aufgenommen wird, ist es möglich, Störungen in der Erregungsleitung des Herzens aufzudecken. Die Aufnahmen erfolgen wie bei der Perfusionsszintigraphie an der Dreikopfkamera 15 Minuten und 3 Stunden nach Verabreichung der Radioaktivität.

Dreikopfkamera
Dreikopfkamera

 

 

Dreikopf-Gammakamera für die nuklearmedizinische Herzdiagnostik. Während der etwa 30minütigen Aufnahme rotieren die 3 Kameraköpfe um die Herzregion des Patienten.