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Leistungsspektrum

Die Klinik für Thoraxchirurgie bildet gemeinsam mit der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin und den Hauptkooperationspartnern, der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Immunologie und Palliativmedizin, der Klinik für Strahlentherapie, Radiologische Onkologie und Palliativmedizin, der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie sowie dem Pathologischen Institut, das Lungenkrebszentrum der St. Vincentius-Kliniken. Alle Beteiligten Disziplinen tragen mit ihrer Kompetenz und Erfahrung zu einer optimalen Versorgung unserer Patienten bei.

Die meisten Patienten suchen mit Beschwerden von Seiten des Atemtraktes (Husten, Auswurf, Luftnot, Brustschmerzen) zunächst ihren Hausarzt auf. Eine der ersten diagnostischen Maßnahmen stellt, neben der körperlichen Untersuchung, in der Regel die Röntgen-Untersuchung des Brustkorbes dar. Gängige Verfahren sind das Standard-Übersichtsbild und das Computertomogramm, das eine genauere Abbildung erlaubt.

Wird im Rahmen dieser Untersuchung der Verdacht auf einen Lungenkrebs geäußert, besteht die Notwendigkeit einer weiteren Abklärung. Erste Anlaufstellen in unsem Tumorzentrum sind im Wesentlichen die Abteilungen Pneumologie, Thoraxchirurgie und Onkologie. Diese Abteilungen führen das Erstgespräch mit Ihnen. Besprochen wird der bis zu diesem Zeitpunkt vorliegende Befund und die Verdachts- und Differentialdiagnose. Danach wird das weitere Vorgehen geklärt.

Sehr früh in der Diagnostik steht in der Regel die Bronchoskopie. Diese wird in den Abteilungen Pneumologie und Thoraxchirurgie, in der Regel ambulant, durchgeführt. Ziel dieser Untersuchung ist eine Gewebsentnahme, die eine definitive Diagnose erlaubt. Die Bronchoskopie wird meistens in örtlicher Betäubung und unter gleichzeitiger Gabe einer „Schlafspritze“ durchgeführt. Die eingesetzte Untersuchungstechnik (Probeentnahme mit einer kleinen Zange, Bürstenzytologie, Spülung der Lunge, eventuell Punktion eines Lymphknotens, etc.) sind auf den konkreten Fall abgestimmt; die Untersuchung dauert ca. 20 Minuten und wird nüchtern durchgeführt.

In einzelnen Fällen muss eine Gewebsprobenentnahme über eine computertomographisch oder sonographisch gesteuerte Punktion erfolgen; diese werden von Radiologen und Pneumologen durchgeführt.

Schließlich begutachtet der Pathologe die entnommenen Gewebsstückchen, indem er sie in sehr dünne Scheiben schneidet, färbt und in das Mikroskop legt. Die erkennbaren Gewebsstrukturen erlauben dann in den meisten Fällen eine eindeutige Diagnose.

Leider hat der Lungenkrebs nicht selten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Tochtergeschwülste gebildet. Dies hat auf die Prognose und die Auswahl der Therapieverfahren erheblichen Einfluss. Deshalb ist die Metastasensuche in Knochen, Nebenniere, Leber und Gehirn erforderlich. Die Untersuchungen mittels Sonographie, Skelettszinitigraphie, Computertomographie und Kernspintomographie werden von den Abteilungen Innere Medizin, Radiologie und Nuklearmedizin geleistet. Die Abteilung Nuklearmedizin stellt auch das neueste Verfahren in der Tumordiagnostik und Klärung der Tumorausdehnung, nämlich das Positronenemmissionstomographie (PET) zur Verfügung.

Für eine gute Therapieentscheidung spielen der Zustand und die Funktionalität des Gesamtorganismus eine wichtige Rolle. An erster Stelle steht natürlich die körperliche Untersuchung durch den Stationsarzt. Alle erforderlichen technischen Lungenfunktionsuntersuchungen einschließlich Lungen- und Kreislauffunktion unter Belastung (Spiroergometrie) werden durch die Abteilung Pneumologie angeboten und durchgeführt. Die Lungenfunktion wird erweitert um eine Durchblutungsmessung der Lunge (Perfusionsszintigramm), die die Abteilung Nuklearmedizin leistet. Da viele Patienten auch gleichzeitig herzkrank sind, muss in diesen Fällen auch der Kardiologe zu Rate gezogen werden. Dieser kann das Herz mittels Ultraschall (Herzecho), Belastungs-EKG oder in Einzelfällen auch mittels Herzkatheter untersuchen. Alle wichtigen Herzuntersuchungen werden von der Abteilung Kardiologie geleistet.

Jeder Patient, der die bisherigen diagnostischen Schritte zur Klärung der Grunderkrankung, zur Ausdehnung des Befundes im Körper und funktionelle Untersuchungen hinter sich gebracht hat, wird danach im Tumorboard besprochen.Hier treffen sich noch einmal alle, für die Therapie wichtigen Fachdisziplinen. Vorgestellt wird der Patient von seinem betreuuenden Stationsarzt, der ihn natürlich am besten kennt. Insbesondere wird im Tumorboard auch auf die psychische Situation und besonderen Wünsche des Patienten eingegangen. Radiologe, Nuklearmediziner und Pathologe demonstrieren ihre erhobenen tumorspezifischen Befunde. Funktionelle Situation und Ausdehnung des Tumorgeschehens führen immer wieder dazu, dass für einen Patienten nicht alle prinzipiell vorstellbaren therapeutischen Maßnahmen möglich sind. Am Ende der Beratung resultiert in der Regel eine Therapieempfehlung, die sich an den vorliegenden Befunden orientiert. Gegebenfalls werden noch weitere Spezialuntersuchungen veranlasst.

Bei der Therapiefestlegung wird zunächst überprüft, ob der Lungentumor aufgrund des vorliegenden Befundes operativ entfernt werden kann. Dies entscheidet maßgeblich der Thoraxchirurg, der die Lungenoperation durchführt. Die Operationstechniken entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Kleine Tumoren in frühen Stadien werden heutzutage minimal-invasiv (Schlüssellochchirurgie) operiert, fortgeschrittene Tumoren über eine Eröffnung des Brustkorbes (Thorakotomie). Der tumortragende Lungenteil, in der Regel ein Lungenlappen, selten der gesamte Lungenflügel, wird einschließlich der regionalen Lymphknoten entfernt. Durch Verpflanzung von eigenen Lungenanteilen (sog. Bronchoplastik und Angioplastik) kann gesundes Lungengewebe auch bei großen Tumoroperationen oft erhalten werden. Wenn das Tumorgeschehen Nachbarorgane einbezieht, dann können diese im Einzelfall ganz oder teilweise mitentfernt werden. Die Entnahme der mediastinalen Lymphknoten ist entscheidend für die Festlegung des Tumorstadiums. Hieraus werden die Empfehlungen für eine zusätzliche Chemo- oder Strahlentherapie abgeleitet. Unsere Ärzte in der Klinik für Thoraxchirurgie nehmen regelmäßig an Weiterbildungen teil und beherrschen damit stets die neuesten Operationstechniken.

Bei nicht operablen Tumoren, die noch lokal begrenzt sind oder sich an anderer Stelle im Körper eine bedrohliche Tumormanifestation (z.B. Knochenmetastase an tragenden Skelettanteilen) befindet, bietet sich eine Strahlentherapie, häufig kombiniert mit einer Chemotherapie, an. Diese Therapie wird federführend von der Strahlenklinik durchgeführt. Moderne Linearbeschleuniger und ausgeklügelte Strahlenfeldberechnungen erlauben eine hochwirksame Therapie mit möglichst geringen Nebenwirkungen.

Bei nichtoperablen Tumoren mit mehreren Manifestationsorten im Körper kommt in der Regel eine Chemotherapie zum Einsatz. Diese hat den Vorteil, dass alle diese Manifastationsorte erreicht werden. Die Auswahl der Chemotherapie richtet sich nach Tumorart und speziellen Tumoreigenschaften. Die Anwendung verschiedener Medikamentenkombinationen erfolgt teilweise in wissenschaftlichen Studien. Über die Teilnahme an solchen Studien entscheidet nach einem Vorschlag durch den Onkologen letztendlich der Betroffene selbst. Die Chemotherapie wird häufig nach einer stationären Ersttherapie bei guter Verträglichkeit ambulant durchgeführt. Regelmäßige ambulante Kontrolluntersuchungen schließen sich an.

Nach der abgeschlossenen Behandlung sind regelmäßige Nachuntersuchungen erforderlich. Diese werden z. T. von den niedergelassenen Fachärzten und, insbesondere nach einer Chemo- oder Strahlentherapie, durch die behandelnde Krankenhausabteilung durchgeführt. Kontrollintervalle richten sich nach den Befunden, der Therapie und dem Ansprechen des Krebses auf die Behandlung.

Während der gesamten Zeit der Diagnostik, der Therapie und der posttherapeutischen Phase steht allen Patienten eine psychoonkologische Betreuung zur Verfügung, die im Umgang mit einer Krebserkrankung unterstützen und beraten können. Hilfreich kann hier auch ein Seelsorger sein. Der Sozialdienst kümmert sich um Belange der Patienten im Umgang mit dem gesamten Sozialsystem. Dies umfasst die Hilfe bei Problemen mit Krankenkassen, Rentenkassen, die Regelung einer Unterkunft und vieles mehr. Vielfach benötigen Krebspatienten auch eine Ernährungsberatung.

Die Krebserkrankung ist häufig leider nicht heilbar und es kommt trotz moderner Behandlung zum Fortschreiten der Erkrankung. Auch in diesen Fällen stehen alle Abteilungen mit ihren Schwerpunkten zur Verfügung. Es wird über dieselben Wege und das Tumorboard nach einer weiteren Möglichkeit der Therapie gesucht und der Patient der entsprechenden Abteilung zugewiesen.

Alle Abteilungen verstehen sich als Partner innerhalb des Lungenkrebszenztrums und als Partner des Patienten mit seiner Erkrankung. Sie sind stets bemüht, nach bestem Wissen und Gewissen dem Patienten eine angemessene Behandlung anzubieten.