Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom): www.vincentius-kliniken.de

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 6.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.

Durch die von dem Arzt und Pathologen Papanicolaou 1943 entwickelte Krebsvorsorgeuntersuchung anhand eines Zellabstrichs (kurz: Pap-Abstrich) vom Gebärmutterhals wurde eine frühe zytologische Diagnose des Gebärmutterhalskrebses möglich.

Diese Untersuchung wird noch heute bei Frauenärzten routinemäßig durchgeführt. Mit dieser einfachen Methode lassen sich frühe, noch nicht bösartige Veränderungen entdecken und durch deren Entfernung verhindern, dass sich ein Gebärmutterhalskrebs entwickelt.

Bei Vorstufen einer bösartigen Erkrankung, den sogenannten Dysplasien, kann durch eine frühzeitige zielgerichtete Therapie die Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses sicher verhindert werden.

In unserer zertifizierten Dysplasie-Sprechstunde beraten und behandeln besonders qualifizierte Ärzte Frauen mit entsprechenden Krebsvorstufen.

Trotz aller Vorsorgemöglichkeiten kann es zu einer Gebärmutterhalskrebserkrankung kommen.

Gebärmutter erhaltende Operation
In einem sehr frühen Erkrankungsstadium ist bei bestehendem Kinderwunsch nach sorgfältiger Voruntersuchung eine die Gebärmutter erhaltende Operation möglich. In diesem Fall wird nur der Gebärmutterhals mit dem angrenzenden Weichteilgewebe von der Scheide aus entfernt (sogenannte Trachelektomie). Bei Patientinnen mit einer Gebärmutter erhaltenden Operation werden im selben Eingriff ggf. zusätzlich noch Lymphknoten im kleinen Becken durch eine Bauchspiegelung minimal invasiv entfernt.

Früher Gebärmutterhalskrebs
Im frühen Stadium besteht die notwendige Therapie in der Entfernung der Gebärmutter und der Parametrien sowie der Lymphknoten im Bereich der Lymphabflusswege im Becken und neben der Bauchschlagader. Der Eingriff wird minimal invasiv über eine Bauchspiegelung durchgeführt.  Die einzelnen  Operationsschritte werden dabei mit Instrumenten, die über 4 bis 5 kleine, ca. 5-10 mm große Einstiche im Unterbauch und Nabel in den Bauchraum eingeführt werden präpariert. Die Gebärmutter wird schonend über die Scheide geborgen. Der Eingriff erfolgt immer nervenschonend, um Blasen- und Darmentleerungsstörungen zu vermeiden.

Die Vorteile der Laparoskopie liegen in der Vermeidung von größeren und unschönen Bauchschnitten, dem geringen Blutverlust, der schnelleren postoperativen Erholungszeit, der geringen Schmerzen, des kürzeren Krankenhausaufenthaltes und der nach der Operation wesentlich schneller wiederhergestellten Gesundheit.   

Nach einer ambulanten Vorstellung vor der Operation, in der eine genaue Planung und Besprechung des Eingriffes stattfindet (Labor, klinische Untersuchung, Ultraschalluntersuchung, Aufklärungsgespräch mit dem Operateur, Gespräch und Prämedikation durch den Anästhesisten usw.) kann an den darauffolgenden Tagen der Eingriff durchgeführt werden.   

Der  Krankenhausaufenthalt beträgt nach dem Eingriff 7-10 Tage, durchschnittlich etwa 8 Tage. Nach Entlassung sollten Sie sich für mindestens 3-4 Wochen schonen. Sport ist frühestens nach 6-8 Wochen nach Rücksprache mit Ihrer/Ihrem Frauenärztin/-arzt möglich.  

Bei zusätzlichen ungünstigen Kriterien ist es besser, die Operation über einen Bauchschnitt durchzuführen, der vom Schambein bis über den Bauchnabel in den Oberbauch geführt wird.

Fortgeschrittene Gebärmutterhalskrebs
Im fortgeschritteneren Stadium besteht die notwendige Therapie in der Entfernung der Gebärmutter und der Parametrien sowie der Lymphknoten im Bereich der Lymphabflusswege im Becken und neben der Bauchschlagader. Der Eingriff erfolgt immer nervenschonend, um Blasen- und Darmentleerungsstörungen zu vermeiden.

Im fortgeschrittenen Stadium ist es besser, die Operation über einen Bauchschnitt durchzuführen, der vom Schambein bis über den Bauchnabel in den Oberbauch geführt wird.  

Wenn sich anhand der endgültigen Tumoreigenschaften zusätzliche Risikofaktoren zeigen, ist über die Operation hinaus eine kombinierte Strahlen- /Chemotherapie notwendig. Diese Chemotherapie ist sehr niedrig dossiert, so dass es nicht zum Haarausfall kommt. Sie hat die Aufgabe, die Wirksamkeit der Strahlenbehandlung zu erhöhen.

Sehr fortgeschrittener Gebärmutterhalskrebs
In sehr fortgeschrittenen Fällen wird beim Gebärmutterhalskrebs eine primär
kombinierte Strahlen- /Chemotherapie durchgeführt. In Abhängigkeit vom Ansprechen der Therapie kann im Anschluss daran die Gebärmutter über einen Bauchschnitt entfernt werden.

Wenn die Erkrankung bereits die Nachbarorgane wie Harnblase oder Enddarm befallen hat, dann ist eine Mitentfernung dieser Organe gelegentlich notwendig. In diesen Fällen ist die Zusammenarbeit mit Urologen und Chirurgen notwendig, um ggf. eine neue Harnblase zu rekonstruieren oder  kontinenzerhaltend Darmanteile entfernen zu können.  

Rezidivbehandlung (Wiederauftreten der Erkrankung)
Bei einem Teil der Frauen kommt es trotz optimaler Erstbehandlung zu einer erneuten Erkrankung. Auch in diesen Fällen ist die Behandlung in einem Gynäkologischen Krebszentrum besonders wichtig, um eine optimale Therapieplanung zu gewährleisten. Hier ist es erforderlich, individuell mit der Patientin zu planen, ob ggf. eine erneute Operation in Betracht kommt oder ob eine Strahlenbehandlung oder Chemotherapie durchgeführt werden sollte. Im Fall einer Chemotherapie führen wir diese in unserer onkologischen Ambulanz durch.

 

 

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