Diabetes mellitus betrifft etwa 7 Millionen Menschen, 25 Prozent der Diabetiker haben eine Augenbeteiligung. Die diabetische Retinopathie ist für etwa 20 Prozent neuer Erblindungen zwischen dem 45. und 75. Lebensjahr verantwortlich. Erblindung ist 25 mal häufiger bei Diabetikern als bei Nichtdiabetikern. Jedoch kann sorgfältige Diabetes Einstellung und die Behandlung der oculären Komplikationen das Risiko der Erblindung um 90 Prozent reduzieren. Daher ist es wichtig, dass aktiv die Kontrolle der Erkrankung eingegriffen wird.
Die unten angegebene Information kann Ihnen helfen mehr über Diabetes mellitus zu verstehen und wie Sie eine Komplikation minimieren können.
Es gibt 2 Hauptarten von Diabetes mellitus.
Der erste Typ wird als Typ I oder insulinabhängiger Diabetes mellitus bezeichnet. Typischerweise beginnt die Erkrankung in jugendlichem Alter und erfordert Insulinbehandlung. Insulin ist die Substanz der Bauchspeicheldrüse um die Blutzuckerspiegel zu senken.
Der zweite Typ wird als Typ II Diabetes oder nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus bezeichnet. Patienten die diese Erkrankung haben sind oft jenseits des 40. Lebensjahrs. In vielen Fällen kann Typ II mit Diät oder Diät und oralen Antidiabetika behandelt werden.
Hohe Blutzuckerspiegel schädigen viele Organe insbesondere das Auge. Die Ursache des Diabetes ist nicht vollständig bekannt. Genetische umweltbedingte automone oder infektiöse Komponente spielen eine Rolle in seiner Entwicklung.
Diabetes kann die Sehschärfe vielseitig beeinträchtigen. Hohe Blutzuckerspiegel können zu temporären Formveränderungen der Linse führen. Die Linse ist die Struktur die Licht auf der Netzhaut fokussiert. Die temporären Veränderungen der Linsenform kann zu fluktuierender Sehschärfe des Diabetikers führen. Linsentrübungen (Cataract) ist bei Diabetikern häufig. Linsentrübungen entwickeln sich in verschiedenen Schichten der normalerweise klaren Linsen. 20 Prozent der Patienten werden eine diabetische Retinopathie entwickeln. Die Netzhaut ist eine Schicht von Zellen an der Rückwand des Auges. Sie funktioniert wie ein Film in einer Kamera und leidet den Sehen-Druck über den Sehnerven ins Gehirn. Man unterscheidet zwei große Gruppen von diabetischer Retinopathie.
Die erste wird Hintergrunds- oder nicht proliferative diabetische Retinopathie genannt. Bei dieser Form kommt es zum Flüssigkeitsaustritt und Blutungen. Die Patienten bemerken eine Sehschärfenherabsetzung wenn Schwellung und Blutung die sogenannte Makula (Netzhautmitte) betrifft. Die Makula ist verantwortlich für die zentrale Sehschärfe.
Makulaödem oder Schwellung ist die häufigste Ursache der Sehminderung bei diabetischer Retinopathie.

Der zweite Typ der Retinopathie ist die sogenannte proliferative diabetische Retinopathie. Bei dieser Veränderung wachsen neue Blutgefäße innerhalb des Auges. Diese neuen Blutgefäße haben die Neigung Flüssigkeit durch zu lassen und zu bluten. Die neuen Blutgefäße können zudem Zug an der Netzhaut ausüben und zur Netzhautablösung führen.

Patienten haben in den frühen Formen keine Symptome trotz ihrer diabetischen Augenerkrankung, die durch den Augenarzt diagnostiziert werden kann. Daher ist es erforderlich, dass regelmäßige Screening-Untersuchungen zur Diagnose und Behandlung starker sehschärfengefährdender Komplikationen des Diabetes erfolgen.
Der schwere Grad der diabetischen Augenveränderungen ist assoziiert mit dem Blutglukosespiegel und der Verlaufsdauer der Erkrankung. Ein große Studie hat gezeigt, dass eine gute Blutglukosekontrolle das Risiko die Progression der diabetischen Retinopathie vermindert bzw. verzögert. Daher ist die Zusammenarbeit des behandelnden Hausarzt bzw. die Diabetologen mit dem Augenarzt so wichtig um einen adäquaten Behandlungsplan inkl. Diät dort und Kontrolle der Blutglukosespiegel zu erzielen.
Der Patient sollte innerhalb der ersten 5 Jahre seiner Erstdiagnose, wenn er jünger als 30 Jahre ist, ophthalmologisch untersucht werden. Nach dem 30. Lebensjahr sollte die Augenuntersuchung zum Zeitpunkt der Diabetes-Diagnose erfolgen. Eine minimale Routinekontrolle muss 1 mal jährlich erfolgen. Entsprechend dem Stadium der Erkrankung ist jedoch erforderlich, dass Patienten halbjährlich bzw. vierteljährlich augenärztlich kontrolliert werden. Besonders wichtig ist eine Augenuntersuchung zu Beginn einer Schwangerschaft und während der Schwangerschaft alle 3 Monate, da Schwangerschaft zu schweren diabetischen Netzhautveränderungen führen kann.
Argonlaserbehandlung Flüssigkeitsdurchlässiger Gefäße (fokale Laserkoagulation) bei Makulaödem reduziert das Risiko zukünftiger Sehschärfenreduktion um 50%.

Laserkoagulation der peripheren Netzhaut (sogenannte panretinale Laserkoagulation) wird für die proliferative diabet. Retinopathie eingesetzt. Es führt zum Wachstumstoff neuer Gefäße und Reduktion der pathologisch veränderten proliferierten Gefäße. Auch diese Laserbehandlung kann das Risiko schwerer Sehschärfenherabsetzung um 50% reduzieren.
Vitrektomie ist eine Operation zur Behandlung von Netzhautablösung und Glaskörperblutung durch Diabetes verursacht. Der Glaskörper ist die galleartige Substanz die dem Auge seine Form gibt. Die Vitrektomie wird durch Netzhautchirurgen mit sehr feinen Instrumenten durchgeführt um Blut innerhalb des Glaskörpers, Membranen zu entfernen und zu einer Wiederanlage der Netzhaut zu führen. In seltenen Fällen ist vorüber gehend eine Gasfüllung des Auges bzw. eine Silikonöltamponade erforderlich.
Die diabetische Linsentrübung (Cataract) wird wie die altersbedingte Linsentrübung operativ behandelt und durch Austausch der getrübten Linse durch eine klare Kunststofflinse kann in vielen Fällen eine deutliche Besserung der Sehschärfe erzielt werden. Nach einer Cataract-Operation kann sich der Status der Netzhaut verschlechtern, so dass insbesondere in dieser Phase regelmäßige augenärztliche Kontrollen sinnvoll und erforderlich sind.
Früherkennung und Behandlung diabetischer Augenerkrankungen haben zu einer deutlichen Reduktion der Erblindung geführt. Frühstadien diabetischer Augenerkrankungen haben oft keine Symptome. Daher ist eine in Zusammenarbeit mit dem Diabetologen eine engmaschige Verlaufskontrolle des Auges durch den Augenarzt erforderlich.
In der Augenklinik der St. Vincentius-Kliniken bieten wir in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Endokrinologie Stoffwechselerkrankungen eine intensive augenärztliche, aber auch stoffwechselbegleitende Therapie in intensiver Zusammenarbeit an. Dies ist ein wichtiger Grundstein um diabetische Spätkomplikationen am Auge auf ein Minimum zu reduzieren.