Häufige Fragen von Angehörigen von Intensivpatienten: www.vincentius-kliniken.de

Klinik für Anaesthesie und Operative Intensivmedizin

Häufige Fragen von Angehörigen von Intensivpatienten

Darf ich ihn ansprechen oder anfassen?
Tun Sie alles, was ihn spüren lässt, dass er nicht allein ist. Sie sollen und dürfen ihn berühren, ihm die Hand halten oder die Wange streicheln. Sprechen Sie mit ihm, damit er eine vertraute Stimme hört.

Hat er Schmerzen?
Wache Patienten fragen wir, ob sie Schmerzen haben, sobald sie sich äußern können. Außerdem kennen wir die indirekten Zeichen von Schmerzen und geben dann auf Grund dieser Beobachtungen jedem, auch dem bewusstlosen Patienten, genügend Schmerzmittel.

Wieso ist mein Angehöriger unruhig?
Bei Kopfverletzungen, längerer Bewusstlosigkeit oder als Folge anderer Erkrankungen und mancher Medikamente können Patienten - vor allem im fortgeschrittenen Lebensalter - Schwierigkeiten haben, sich zu orientieren. Die Umgebung erscheint fremd und bedrohlich, sie finden sich nicht zurecht. Manchmal sind Patienten so unruhig, dass wir ihnen zeitweise Hände und Füße fixieren müssen, damit sie sich nicht selbst verletzen bzw. schädigen oder sonst lebenswichtige Infusionsleitungen oder Beatmungsschläuche entfernen können.

Hört mich mein Angehöriger?
Merkt er, dass ich da bin? Häufig ist dies nicht eindeutig feststellbar. Dies sollte Sie jedoch nicht entmutigen. In den meisten Fällen sind Wahrnehmungen, auch unbewusst, vorhanden.

Warum ist er so wenig zugedeckt?
Eine wesentliche Überwachungsmaßnahme der Intensivmedizin ist die Beobachtung. Hierzu zählt auch die Beobachtung von Atembewegungen, Hautfarbe und anderen optischen Signalen, die dem geschulten Intensivpersonal auffallen. Andere Gründe sind z. B. eine erhöhte Körpertemperatur oder der ungehinderte Zugang zu Infusionsleitungen und Sonden. Die Sorge, dass sich der Patient erkältet, ist unbegründet!

Noch etwas ...
Manches auf der Intensivstation mag für Sie unverständlich, fremd oder auch kritikwürdig sein: sprechen Sie daher mit uns, wenn Sie Fragen haben, auch Ihre Kritik ist uns wichtig und willkommen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nicht zu jeder Zeit abrufbar am Telefon zur Verfügung stehen, da unsere Patienten immer Priorität haben. Eine große Entlastung für uns bedeutet es, wenn aus dem Familienverbund ein Ansprechpartner Kontakt hält und die Neuigkeiten dann seinerseits weitergibt.